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 Koalitionsvertrag lässt viele Fragen offen!

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

am 3. Mai hat die Landesregierung den Koalitionsvertrag für die neue Legislaturperiode vorgestellt. Der SLLV begrüßt im vorliegenden Papier

  • die geplanten Vereinfachungen und Beschleunigungen beim Verfahren zur Bewilligung einer sonderpädagogischen Unterstützung,
  • das klare Bekenntnis zur Förderschule als wichtige Säule im inklusiven System,
  • die geplante Wiedereinführung von Sprachförderklassen,
  • die geplante Betonung der Hauptaufgabe der Lehrerinnen und Lehrer, nämlich das Unterrichten und das Vermeiden von unnötigen und wenig hilfreichen Dokumentationspflichten im Zusammenhang mit dem Erlass zur Leistungsbewertung. Diese sollten allerdings auch für andere Arbeitsfelder reduziert werden;
  • die geplante Ausweitung der digitalen Bildung

Nach Auffassung des Verbandes werden allerdings die im Bildungssystem vorherrschenden wichtigsten Handlungsfelder zu wenig und zu unkonkret angesprochen.

  • Keine Antwort auf die Kernfrage, wie dem bestehenden Mangel an ausgebildeten Grundschul- und Förderschullehrkräften begegnet werden soll!

Ohne eine stabile Personaldecke sind alle erforderlichen Maßnahmen nicht umzusetzen. Der SLLV verweist nochmals auf die Dringlichkeit der Zusage, dass das Saarland künftig alle Lehrerinnen und Lehrer voll bezahlt, ohne zeitliche Einschränkung. Ansonsten werden junge, gut ausgebildete Kolleginnen und Kollegen auch weiterhin in andere Bundesländer abwandern. Nach Auffassung des Verbandes muss das Saarland im bundesweiten Wettbewerb des Weiteren klare Verbesserungen der Arbeitsbedingungen schaffen, um für mögliche Bewerberinnen und Bewerber attraktiv zu werden.

  • Kein Wort über Verbesserung der Arbeitsbedingungen im Bereich der Schulleitung, der Lehrerinnen und Lehrer sowie zur Reduzierung des Klassenteilers (die im letzten Koalitionsvertrag angestrebten Reduzierungen wurden bis heute nicht umgesetzt!).
  • Keine Flexibilität: Eine Festschreibung der geplanten Stelleneinsparungen im Bereich der Lehrerstellen hält der SLLV für problematisch. Vielmehr müssen die Einstellungszahlen am wirklich vorhandenen Bedarf orientiert werden. Die Entwicklung der Flüchtlingssituation ist unabsehbar. Auf einen erneuten größeren Zuzug muss adäquat reagiert werden können.
  • Keine Verbesserung: Die längst überfälligen personellen Ausweitungen im Bereich einer erfolgreichen Umsetzung der Inklusion sind nicht konkret genannt. Ohne eine bessere Personaldecke und das verpflichtende Einrichten von multiprofessionellen Teams wird die Inklusion auch weiterhin nur unbefriedigend umgesetzt werden können, zudem zu Lasten überforderter Kolleginnen und Kollegen.
  • Keine Option für den SLLV: Mehr Lehrerstellen in den Bereich der FGTS zu entsenden, hält der SLLV bei der jetzigen Personalsituation für nicht verantwortbar. Solange es nicht gelingt, für jede Klasse einen für die jeweilige Schulform ausgebildete Lehrkraft vorzuhalten, muss es oberste Priorität sein, zunächst diesen Missstand zu beseitigen. Der zitierte Ausnahmefall, bei phasenweisen Schwierigkeiten mit der Personalisierung den Trägern im Nachmittagsbereich den finanziellen Gegenwert als Budget zur Verfügung zu stellen, dürfte wohl die Regel werden.

Bei der Vorstellung der bildungspolitischen Themen des Koalitionsvertrages in der Öffentlichkeit musste man den Eindruck gewinnen, dass die Strukturdebatte um G 8 / G 9 das wichtigste bildungspolitische Thema ist. Seien Sie gewiss, dass der SLLV die Landesregierung auch weiterhin auf die wirklich großen Baustellen in unseren Schulen hinweisen und sich vehement für Verbesserungen einsetzen wird.

Ihre

Lisa Brausch, Landesvorsitzende

 


 

SZ Berichtet über den Landesausschuss des SLLV: Gewerkschaft fordert gleiche Bezahlung für alle Lehrer

SR berichtet: Weniger Unterrichtsverpflichtung für Lehrer

2016-04-14_57_Bildung Unterrichtsverpflichtung

Bericht der Saarbrücker Zeitung vom 15.04.2016