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Der Tag der Gemeinschaftsschule entfällt aus organisatorischen Gründen!


Stärkung der Gemeinschaftsschule statt neuer Strukturdebatten

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

mit seiner Ankündigung im Falle einer Regierungsbeteiligung nach den nächsten Landtagswahlen für ein Wahlrecht der Gymnasien zwischen acht- oder neunjährigem Bildungsgang einzutreten, hat Bildungsminister Commerçon am 17. Januar eine Zukunftsaussage getroffen, die bei allen Lehrerverbänden im dbb auf großes Unverständnis stößt.

Sicher darf man zurecht anzweifeln, ob es richtig war, dass das Saarland im Jahr 2000 unter dem damaligen Bildungsminister Schreier als erstes westliches Bundesland das achtjährige Gymnasium auf den Weg gebracht hat.

Durch die Einführung der Gemeinschaftsschule im Schuljahr 2012/13 aber hat sich doch ein zweigliedriges Schulsystem entwickelt, das ermöglicht, dass Schülerinnen und Schüler sowohl nach acht als auch nach neun Jahren ihre Hochschulreife ablegen können. Dies hat Minister Commerçon bislang genauso gesehen und immer wieder auch öffentlich verkündigt. Erinnert werden darf in diesem Zusammenhang auch an seine Rede während der 41. Sitzung des Saarländischen Landtages in der 15. Wahlperiode am 13./14. Oktober 2015.  Zitat: „Es wissen aber auch alle, dass ich in den letzten Jahren immer gesagt habe, wir brauchen ab einem bestimmten Punkt auch einmal Ruhe im Schulsystem, wir können nicht ständig alle Reformen, die vor einigen Jahren mal gemacht wurden, noch einmal grundsätzlich in Frage stellen… Wir setzen auf Qualitätsverbesserungen statt auf Strukturdebatten … , dabei soll es auch in Zukunft bleiben.“ (Vgl. Protokoll der 41. Sitzung, 15. Wahlperiode Seite 3560).

Woher denn bloß der plötzliche Sinneswandel? Hintergrund ist sicherlich das Ergebnis eine Forsa-Umfrage im Auftrag des Elternvereins für schulische Bildung im Saarland e.V., in welcher sich 72 % der Befragten für eine Rückkehr zu G9 aussprechen. Diese Umfrage wird als repräsentativ dargestellt. Bei gerade mal 503 Befragten ab 14 Jahren über einen Zeitraum von Ende Juli bis Anfang Dezember überlasse ich es Ihnen, sich eine Meinung zu deren Repräsentativität zu bilden.

Der SLLV sieht in Commerçons Vorstoß eine Gefährdung des Schulfriedens. Statt einer kostenintensiven Strukturdebatte ist es dringend erforderlich, die Gemeinschaftsschule endlich personell und sachlich so auszustatten, dass sie bei der Schulwahl von Eltern als echte Alternative zum Gymnasium wahrgenommen wird. Dies haben wir als Verband immer wieder gefordert.

Nach Auffassung des SLLV verabschiedet sich die SPD aus wahlkampftaktischen Gründen von dem sich auf einem guten Weg befindenden Zwei-Säulen-Modell in der Sekundarstufe, welches sie bislang selbst immer als den richtigen Weg ansah. Die qualitativ hochwertige Arbeit der Lehrerinnen und Lehrer an den Gemeinschaftsschulen, die die große Herausforderung meistern, ihre Schülerinnen und Schüler zu drei verschiedenen Bildungsgängen zu führen und gleichzeitig ein großes Maß an sozialen Kompetenzen zu vermitteln, wird nach Auffassung des Verbandes durch diesen Vorstoß mit Füßen getreten!

Ihre Lisa Brausch

 

 


SZ Berichtet über den Landesausschuss des SLLV: Gewerkschaft fordert gleiche Bezahlung für alle Lehrer

SR berichtet: Weniger Unterrichtsverpflichtung für Lehrer

2016-04-14_57_Bildung Unterrichtsverpflichtung

Bericht der Saarbrücker Zeitung vom 15.04.2016


 

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