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Der Kreisverband Saarpfalz verabschiedet seinen Vorsitzenden Herbert Buhr

“Das Leben gehört dem Lebendigen an, und wer lebt, muss auf Wechsel gefasst sein.”

Johann Wolfgang von Goethe

Am 15. Dezember ging die Amtszeit von Herbert Buhr als Vorsitzender des SLLV-Kreisverbandes Saarpfalz zu Ende. Er hat sich entschieden, nach acht Jahren nicht noch einmal für eine neue Amtsperiode zu kandidieren. Der Kreisvorstand und mit ihm der gesamte Kreisverband bedauert diese Entscheidung und hat dafür gute Gründe:

Herbert Buhr war ein echter Glücksfall, denn er hat sich sehr um den Kreisverband verdient gemacht. Er hat in den vergangenen acht Jahren die Arbeit auf Kreisverbandsebene lebendig gestaltet, wobei es ihm immer wichtig war, alle Altersgruppen der Kolleginnen und Kollegen einzubeziehen. Bei den Aktivitäten, die er organisiert hat, hat er diesen Aspekt besonders berücksichtigt, so dass es unter seiner Führung sowohl für jüngere als auch für ältere Kollegen interessante Veranstaltungen gab. Für Anregungen und Vorschläge war er immer offen und hat sich mit vollem Engagement in die Organisation gestürzt. Es war ihm immer sehr wichtig, ein Gemeinschaftsgefühl herzustellen, was ihm über die Generationen- und Schulformgrenzen hinweg sehr gut gelungen ist.

 

Es sind ganz besonders die vielen Reisen hervorheben, die Herbert Buhr viele Jahre vorbereitet und durchgeführt hat – und noch durchführen  wird, denn im kommenden Jahr findet unter seiner Leitung eine Fahrt nach Dresden statt. Dabei hat er nie den Aufwand gescheut, der mit einer solchen Gruppenfahrt verbunden ist. Herbert reist z.B. jedes Mal im Vorfeld selbst an das Reiseziel, um vor Ort alles testen und planen zu können. Dafür gebührt ihm besonderen Dank, weil er mit diesem Engagement vielen Mitgliedern tolle Reiseerfahrungen ermöglicht.

Seine Gefährten im Kreisvorstand haben immer darüber gestaunt, mit welcher Energie und welchem Fleiß er den Kreisverband geleitet hast: Kein Weg war ihm zu weit, kein Termin, kein Telefonat, keine Mail waren ihm zu viel. Und das, obwohl der Kreisvorsitz ja längst nicht sein einziger Job war. Er war Schulleiter, Schriftleiter des SLLV, stellvertretender Vorsitzender im Hauptpersonalrat  Grundschulen und hat daneben noch weitere ehrenamtliche Tätigkeiten. Kaum ein anderer hätte das alles stemmen können und schon gar nicht hätte er das auf seine ihm eigene Art stemmen können. Trotz seiner ganzen Belastungen war und ist er immer gut gelaunt und lustig, hatte ein offenes Ohr für Anregungen und hat selbst den Rat gesucht, wenn er es für notwendig erachtet hat.

Herbert Buhr war als Kreisvorsitzender das Bindeglied zwischen Kreis- und Landesvorstand, hat dem Kreisvorstand von den Themen aus dem Landesvorstand berichtet und dessen Interessen umgekehrt in den Landesvorstand kommuniziert.

Nun hat er den Staffelstab weitergegeben. Einerseits bedauern wir das sehr, denn die Zusammenarbeit mit Herbert Buhr hat immer viel Spaß gemacht. Es war wirklich eine große Freude, mit ihm zusammenzuarbeiten. Angesichts seiner vielen Aufgaben, die Herbert in all den Jahren bewältigt hat, können wir seine Entscheidung aber verstehen. Irgendwann ist es einfach mal gut.

Der Kreisvorstand verabschiedet Herbert Buhr zwar als Kreisvorsitzenden, aber ganz loslassen muss er ihn noch nicht, denn für ihn gilt: Sich zurückziehen, heißt nicht davonlaufen. Herbert wird sich noch weiterhin in den neu gewählten Kreisvorstand mit einbringen und das freut uns sehr.

Wir sagen ein ganz herzliches Dankeschön an Herbert Buhr! Wir wünschen ihm, dass die Zeit, die er nun dazugewinnt, genießen wird und sie für das nutzt, was  er sich vorgenommen hat oder vielleicht auch einfach mal für das Nichtstun, denn nach Astrid Lindgren  „ muss man ja auch noch Zeit haben, einfach dazusitzen und vor sich hin zu schauen.“  – Das kann man sich bei Herbert Buhr allerdings nicht vorstellen….

Michaela Günther

Kreisverband Saarpfalz beim „Globus“ in Einöd

Keinen besseren Zeitpunkt als den 23. November 2016 konnte sich der SLLV Kreisverband Saarpfalz zur Besichtigung des „Globus“ in Einöd wünschen. War doch exakt vor 50 Jahren also am 23.11. 1966 die Eröffnung des Globus in Einöd, damals unter dem Namen C+C Handelshof. Er war der erste großflächige Verbrauchermarkt und gilt als Vorläufer aller weiteren Globus-Betriebe.

Mit seinem Programm „Gläserner Globus“ bietet das Einkaufszentrum Interessierten die Möglichkeit, einmal hinter die Kulissen des Verbrauchermarktes zu schauen.

Viel Interessantes gab es dabei zu hören, zu sehen und zu schmecken. Gleich bei der ersten Station, der Bäckerei staunten die Besucher nicht schlecht als sie Zahlen hörten: bis 30 000 Brötchen werden am Samstag , und das nur von einer Sorte, gebacken; 60 000 Berliner werden in der Faschingswoche verkauft; 500- 600 Liter Sahne werden pro Woche verbraucht. Für den Umsatz von ca. 2,4 Millionen€ pro Jahr sorgen insgesamt 28 Bäckerei-Mitarbeiter im Globus in Einöd. 2005 wurde die erste Meisterbäckerei gegründet heute sind es insgesamt 27.

Nicht weniger interessant die Metzgerei. Auch hier versetzten die Produktionszahlen die Besucher in erstaunen. So werden etwa 50 Schweine, vorwiegend aus Belgien, am Tag zerlegt und verarbeitet.

Etwa 100 Tonnen Wurst werden pro Monat produziert, pro Tag 2 Tonnen Fleischkäse. Mit knapp einer Million € Umsatz pro Monat ist die Metzgerei die umsatzstärkste Abteilung des Globus in Einöd.

Bemerkenswert auch der Rundgang durch den Frische- und Kühlbereich sowie durch das Lager. Waren mit einem Einkaufswert von ca. 3,6 Millionen € lagern hier; 85 000 verschiedene Artikel hält der Globus auf Lager bzw. im Markt für die Kunden bereit, darunter 600 verschiedene Sorten Käse und 360 Sorten Fisch.

Eine Power-Point Präsentation schloss die überaus interessante Führung. Hier bekamen die Teilnehmer noch Informationen zum Konzern, zur Unternehmensphilosophie und was es sonst noch wichtiges gibt rund um das Unternehmen.  Zum Konzern gehören 47 SB-Warenhäuser, 92 Fachmärkte und 1 Drive-Station. Ca. 37 000 Beschäftigte zählt das Unternehmen, 527 im Globus Einöd.

Eine erstaunliche Entwicklung von den Anfängen als Franz Bruch 1828 in St. Wendel ein Handelshau gründete bis heute. Damals versprach Firmengründer Franz Bruch „billigste und reellste Bedienung“, was in Worten von heute das Versprechen von „Ehrlichkeit und Fairness“ bedeutet. Dieser Philosophie ist Globus bis heute treu geblieben.

Herbert Buhr

 

Generationswechsel beim Kreisverband Saarpfalz

Generalversammlung des Kreisverbandes Saarpfalz

In das Hotel „Hubertushof“ in Niederwürzbach hatte der Kreisvorstand die Mitglieder des SLLV-Kreisverbandes Saarpfalz zur Generalversammlung 2016 eingeladen.

Neben den erschienen Kolleginnen und Kollegen, darunter auch etliche Jubilare, konnte der Kreisvorsitzende Herbert Buhr auch die Landesvorsitzende Lisa Brausch, sowie den Ehrenkreisvorsitzenden und Landesgeschäftsführer Horst Heib begrüßen.

Eine schöne Tradition bei den Generalversammlungen der SLLV-Kreisverbände ist die Ehrung langjähriger Mitglieder. Auch in diesem Jahr galt es wieder eine Reihe von Jubilaren mit Präsent und Urkunde zu ehren.

25 Jahre Mitglied im SLLV sind Elisabeth Fox und Silke Grund. Auf 40 Jahre Mitgliedschaft können Erika Backes-Faller, Hans-Georg Brückner Walter Hepp, Käthe Liebermeister, Walter Sand und Anita Schmidt zurückblicken. 50 Jahre Mitglied sind Horst Heib, Christa Himbert, Marlene Kopping-Schild, Josef Oberinger und Heidi Schultz. Für 60 Jahre treue Unterstützung wurde Rainer Henrich geehrt. Die anwesenden Jubilare bekamen eine Urkunde und ein Präsent.

Ausführlich beleuchtete die Landesvorsitzende Lisa Brausch in ihrem Referat die derzeitige Schul- und Bildungspolitik im Saarland. Unverständnis zeigte die Landesvorsitzende für die Blockadehaltung der CDU bei der Rücknahme der Absenkung der Eingangsbesoldung für GrundschullehrerInnen. Dabei fehlten gerade im Grundschulbereich viele Lehrkräfte bzw. müssten zum Teil durch Lehrkräfte anderer Schulformen – mit manchmal noch nicht abgeschlossener Ausbildung –  ersetzte werden. Der SLLV fordert in diesem Zusammenhang nochmals die volle Bezahlung von Lehrerinnen und Lehrern aller Schulformen.

Lisa Brausch prangerte auch noch einmal die mangelhafte Umsetzung der Inklusion an und die Forderung der SPD nach Abschaffung der Förderschulen.

Immer mehr Rückmeldungen über die hohe Arbeitsbelastung erreichten laut Brausch den Verband.. Obwohl von Seiten des Verbandes schon oft öffentlich und in Gesprächen darauf hingewiesen wurde, ist – außer der Reduzierung der Unterrichtsverpflichtung in der Grundschule um eine halbe Stunde – immer noch nichts passiert. Der SLLV wird deshalb nochmals vor der Wahl in geeigneter Form darauf hinweisen.

Auch das Thema „Schulsekretärinnen“ stand auf der Agenda der Landesvorsitzenden. Hier wies Lisa Brausch noch einmal darauf hin, dass nicht das Land – wie vom Städte- und Gemeindetag propagiert -, sondern der Schulträger für die Finanzierung der Schulsekretärinnen zuständig sei.

Im neuen Klassenarbeitserlass bemängelte Lisa Brausch vor allem den hohen  Aufwand für die Dokumentation und die Information der Eltern im Bereich der Gemeinschaftsschule. Auch die Anzahl der geforderten Leistungsnachweise im Bereich der Gemeinschaftsschule sei nicht zu erbringen. Das Konzept müsse nachgebessert werden, so die Landesvorsitzende.

Ein weiterer Schwerpunkt im Referat der Landesvorsitzenden war das Thema „Gewalt gegen Lehrkräfte“. Der SLLV forderte die Ministerpräsidentin auf, die Initiative der Ministerpräsidentin von NRW, Hannelore Kraft, betr. Strafverschärfung bei Gewalt gegen Lehrkräfte zu unterstützen. Prävention in der Schule könne kaum betrieben werden, da diese multiprofessionelle Teams erfordere, diese aber nicht da seien, so die Landesvorsitzende.

Aber auch von Erfolgen konnte Lisa Brausch berichten. An gebundenen Ganztagsgrundschulen, an belasteten Standorten und an Schulen mit einer Dépendance sollen nun Konrektorstellen eingeführt werden. Damit werde ein Teil der SLLV- Forderung erfüllt.  Allerdings müssen alle Schulen nach Auffassung des Verbandes mit einem Konrektor ausgestattet werden. Auch bei den „besonderen Verfügungsstunden“ habe das Ministerium Forderungen des SLLV berücksichtigt, indem eine Stunde für die Schulleitung festgeschrieben wurde. Dies ist allerdings noch lange nicht ausreichend.

Bei den Freistellungsmöglichkeiten bei Erkrankung  oder Pflegebedürftigkeit eines Angehörigen habe der dbb  Verbesserungen erreicht, vergleichbar mit der Regelung bei Erkrankung eines Kindes.

Herbert Buhr ging zunächst auf die Mitgliederentwicklung im Kreisverband ein. Hier konnte er einen leicht gestiegenen Mitgliederbestand verkünden. „Dies ist erfreulich, dennoch bleiben wir alle aufgefordert, neue Mitglieder für den SLLV zu gewinnen und das geht nur mit persönlicher Ansprache“, stellte der Kreisvorsitzende fest.

Im Mittelpunkt der Kreisvorstandssitzungen im ablaufenden Jahr stand die Diskussion aktueller Fragen zur Bildungspolitik und die Organisation der Veranstaltungen im Kreisverband.

Dies waren im vergangenen Jahr.

  • die Personalräteschulung zusammen mit dem Kv Saarbrücken
  • die Besichtigung des saarländischen Rundfunks,
  • die Besichtigung des saarländischen Landtags
  • eine Kanutour auf der Blies
  • die Besichtigung des „Globus“ in Einöd.

Für 2017 kündigte Herbert Buhr weitere Aktivitäten des Kreisverbandes an: die Studienfahrt nach Dresden, eine Heilkräuterwanderung, eine Konzert-Veranstaltung, die Besichtigung eines Bauernhofes und eine kulinarische Führung durch die Saarbrücker Altstadt.

Der Kreisvorsitzende wies auch darauf hin, dass mehrere Mitglieder des Kreisvorstandes im Landesvorstand und in den Hauptpersonalräten an vorderster Front arbeiten und sich für die Belange der Kolleginnen und Kollegen einsetzten. Dazu Buhr: „Wir tun dies alle sehr gerne und mit großem Engagement. Das geht aber nur, wenn wir weiter Ihre Unterstützung haben. Um diese Unterstützung bitte ich Sie auch für die Zukunft ganz herzlich!“

Für den Kreisvorsitzenden Herbert Buhr war dies sein letzter Bericht  als Kreisvorsitzender. Dazu Herbert Buhr: „Nach insgesamt 24 Jahren Vorstandsarbeit, davon 8 Jahre als stellvertretender Vorsitzender und 8 Jahre als Vorsitzender sollte es genug sein“. Der scheidende Kreisvorsitzende dankte den Kolleginnen und Kollegen im Kreisvorstand für die gute Zusammenarbeit und die Unterstützung in den vergangenen Jahren. „Ich konnte mich auf mein Team  immer verlassen“, betonte Herbert Buhr.

Sozusagen als „letzte Amtshandlung“ verabschiedete Herbert Buhr die ebenfalls aus dem Kreisvorstand ausscheidenden Mitglieder Ruth Steinbach und Horst Heib. Ruth Steinbach arbeitete viele Jahre im Kreisvorstand, zuletzt als Beisitzerin, zuvor  als stellvertretende Kreisvorsitzende und Referentin für die Gemeinschaftsschule mit. Horst Heib stellte seine Erfahrung auch nach seiner Ernennung zum Ehrenvorsitzenden noch 8 Jahre als Beisitzer dem Kreisvorstand zur Verfügung. Als Dankeschön erhielten beide ein Präsent.

Die stellvertretende Kreisvorsitzende Michaela Günther würdigte in ihrer Rede die Arbeit von Herbert Buhr (siehe dazu der gesonderte Artikel)

Die Neuwahlen unter der Leitung der Landesvorsitzenden brachte folgendes Ergebnis:

Vorsitzende:                     Judith Lacher

Stellv. Vorsitzenden:   Nadine Müller und Teresa Jochum

Schatzmeisterin:         Julia Leis

Schriftführerin:           Petra Kirschhock

Beisitzer:                    Corinna Dort, Michaela Günther, Wolfgang Jochum, Herbert Buhr.

Zu Kassenprüfern wurden Klaus Jürgen und Rita Hengesbach gewählt.

Die Generalversammlung bestimmte auch die Delegierten für die kommende Vertreterversammlung. Gewählt wurden: Joachim Bauer, Herbert Buhr, Beate Feß, Heiner Fickinger, Stefan Friderich, Michaela Günther, Horst Heib, Rita Hengesbach, Wolfgang Jochum, Petra Kirschhock, Judith Lacher, Nadine Müller, Teresa Jochum, Julia Leis, Corinna Dort, Lena Erbelding, Eva Zutter,, Zwing Stefanie, Priska Nehlig, Ruth Steinbach, Jürgen Klaus

In ihrem Schlusswort bedankte sich die neue Kreisvorsitzende für  das entgegengebrachte Vertrauen. Wie immer waren die Anwesenden zu einem kleinen Umtrunk mit Imbiss eingeladen.

Wir kreiden an – jetzt geht die „Post“ ab!

 

   

Moni Greiveldinger                                           Wiebke L´Hoste

Landessprecherin des                                   Stv. Landessprecherin des Jungen SLLV                                                       Jungen SLLV

 

Liebe Kolleginnen und Kollegen,                                                            

zunächst möchten wir Ihnen und Ihren Familien ein gutes und gesundes Jahr 2017 wünschen. Wir hoffen, Sie hatten einen angenehmen Jahreswechsel und starten gestärkt in die zweite Hälfte des Schuljahres!

Es ist Brauch, im Moment des Jahreswechsels mit Hilfe explosiver Mischungen die bösen Geister zu vertreiben. Jedoch gelingt dies leider nicht immer! Trotz hochexplosiver Stimmungen seitens der Lehrerschaft verpufft das Feuerwerk der Beschwerden vor den Türen des Ministeriums.

Nur ein wohldurchdachtes Schulsystem – mit den entsprechenden Rahmenbedingungen –  ist ein gesundes Schulsystem. Die Bewerberlisten mancher Schulformen sind leer, weil sich Junglehrerinnen und Junglehrer in anderen Bundesländern besser aufgehoben fühlen. Kolleginnen und Kollegen an saarländischen Schulen zeigen sich zunehmend frustriert, überfordert und alleingelassen. Auch wenn das Bildungsministerium mit der geplanten und vom SLLV immer wieder geforderten Rücknahme der gekürzten Eingangsbesoldung einen Schritt in die richtige Richtung aufzeigt, ist der Start ins saarländische Schulsystem für Junglehrerinnen und Junglehrer nicht wirklich einladend.

„Gut Ding braucht Weile…“ Bildungsminister Commerҫon spricht immerzu von Geduld und Zeit, die man der Inklusion und ihrer Umsetzung entgegenbringen muss. Wenn Zeit ein so wichtiger Faktor für das Gelingen der Inklusion ist, dann sollte sie doch in erster Linie den Lehrerinnen und Lehrern zur Verfügung stehen! Sie wird gebraucht, sowohl innerhalb des Unterrichts für die Arbeit mit den Schülerinnen und Schülern, als auch außerhalb des Unterrichtsgeschehens für die Vielzahl an Beratungen, für den Austausch und für die Anfertigung zahlreicher Dokumentationen und anderer bürokratischer Verpflichtungen.

Immer wieder stehen Lehrkräfte vor der nahezu unlösbaren Herausforderung, sich in 29 gleichgroße Teile aufzuspalten, um jedem Kind in der Klasse gerecht zu werden. Die Schülerzahl innerhalb der Klassen ist deutlich zu groß für individuelles Unterrichten! Deshalb muss die Klassengröße deutlich reduziert und im besten Fall eine Doppelbesetzung in jeder Klasse geschaffen werden! Momentan erledigen die Kolleginnen und Kollegen ihre vielfältigen Aufgaben in ihren Pausen, Freistunden und sind oft noch Stunden nach Unterrichtsende im Schulgebäude tätig. Anders ist es auch nicht zu bewerkstelligen! Das beweist doch längst, dass die Umsetzung der Inklusion keine Frage der Haltung ist. Welche Zeit benötigt unser Bildungsminister noch, um festzustellen, dass es so nicht weitergeht?!?

Jetzt geht die Post ab! Wir bieten den „Dämonen“ des alten Jahres die Stirn! Deshalb führt der Junge SLLV eine Postkartenaktion durch. Die Karten liegen diesem Schreiben bei. Vielleicht versteht unser Bildungsminister erst dann, wenn er massenweise Postkarten in seinen Händen hält, dass es sich bei der Flut an Beschwerden um die verärgerten Stimmen der Lehrerinnen und Lehrern handelt und die Verzweiflung kein Ammenmärchen des SLLV ist. In den Schulen herrscht Handlungsbedarf, weil die Lehrkräfte unter diesen Rahmenbedingungen nicht mehr lange durchhalten.

Der Junge SLLV kreidet eine zu hohe Unterrichtsverpflichtung, eine immerzu steigende Arbeitsbelastung ohne Entlastung, eine mangelnde Unterstützung bei der Inklusion, zu wenige Lehrinnen und Lehrer für die individuelle Förderung und zu große Klassen an. Ergänzen Sie gerne noch eigene Punkte auf Ihrer Karte und gestalten Sie Ihren Gruß an Herrn Commerҫon so, wie Sie es für richtig empfinden. Wichtig ist, dass unser Bildungsminister möglichst viele Karten erhält. Wir kämpfen gemeinsam für ein funktionierendes Bildungskonzept. Dazu fordern wir Rahmenbedingungen, die eine Umsetzung der Inklusion realistisch machen!
Beteiligen Sie sich und schicken Sie unserem Bildungsminister doch mal eine Karte!


Moni Greiveldinger                                                  Wiebke L´Hoste

(Landessprecherin des                                        (Stv. Landessprecherin des Jungen SLLV)                                                             Jungen SLLV)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

http://sr-mediathek.sr-online.de/index.php?seite=7&id=46779

https://www.sr-mediathek.de/index.php?seite=7&id=46793

http://sr-mediathek.sr-online.de/index.php?seite=7&id=46700&startvid=2

Aktueller Bericht

 

Gewalt gegen Lehrkräfte – kein Kavaliersdelikt!

Gewalt gegen Lehrkräfte – kein Kavaliersdelikt!

Die vom VBE in Auftrag gegebene repräsentative forsa-Umfrage „Gewalt gegen Lehrkräfte“ hat es zutage gebracht. Immer mehr Lehrerinnen und Lehrer berichten über physische und psychische Angriffe.  Jede vierte Lehrkraft war bereits psychischen Angriffen ausgesetzt und sechs Prozent der Lehrkräfte haben bereits einen körperlichen Angriff selbst erlebt.

Auch dem SLLV sind Vorgänge bekannt, bei denen Kolleginnen und Kollegen bedroht, angegriffen oder beleidigt wurden.  Des Weiteren wird Cybermobbing ein immer größeres Problem. Oftmals trauen die Betroffenen sich nicht, die Vorfälle zu offenbaren. Sie zweifeln an ihrer Kompetenz und suchen den Fehler bei sich. Dies kann und darf nicht sein!

Insofern können die Forderungen des VBE als Konsequenz der Umfrageergebnisse nur unterstützt werden. Die Enttabuisierung des Themas, die Dokumentation aller Vorfälle, aber zu alleroberst die volle Unterstützung des Dienstherrn sind unablässig!  Es müssen klare Strukturen entwickelt werden, an wen sich die Betroffenen wenden können und was nach einem Übergriff zu tun ist. Außerdem muss auch in diesem Zusammenhang nochmals die Forderung nach multiprofessionellen Teams genannt werden. Diese können direkt vor Ort zur Prävention und Deeskalation beitragen. Auch die Vermittlung von Medienkompetenz ist unablässig, damit Schülerinnen und Schülern ein Unrechtsbewusstsein für Cybermobbing entwickeln können.

Die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft kündigte eine Bundesratsinitiative zur Strafverschärfung bei Gewalt gegen Landesbedienstete an. Dazu soll das Strafgesetzbuch erweitert werden, damit schon Beleidigungen und Bedrohungen geahndet werden können. Ein richtiger, längst überfälliger Schritt! Wehret den Anfängen!

Wichtig ist jetzt, dass diese Initiative nun eine möglichst breite Unterstützung in den Ländern findet. Deshalb wird der SLLV die Ministerpräsidentin bitten, ebenfalls für die geplante Strafverschärfung einzutreten.

Allerdings Strafverschärfung alleine ist zu kurz gesprungen. Es muss ein gesellschaftlicher Konsens zu mehr Respekt im Umgang miteinander erfolgen, damit nicht nur die Rechte von Lehrern, Polizisten und Zugbegleitern sondern aller Mitmenschen gewahrt werden.

Dazu gehört auch, dass wir in unseren Schulen verstärkt die Eltern in ihrer Vorbildfunktion mit ins Boot nehmen und dies thematisieren!

Ich wünsche Ihnen allen ein friedvolles Weihnachtsfest und für das Jahr 2017 vor allem Gesundheit!

Ihre
Lisa Brausch

Links zu diesem Thema:

Verband fordert härtere Strafen für Gewalt gegen Lehrer | mobil.saarbruecker-zeitung.de: http://www.sr.de/sr/home/nachrichten/panorama/mehr_straftaten_schulen100.html

 Verband fordert härtere Strafen für Gewalt gegen Lehrer | mobil.saarbruecker-zeitung.de: http://mobil.saarbruecker-zeitung.de/saarland/saarbruecken/Saarbruecken-City-Saarbruecken-Gewalt-Lehrer-Verbaende;art446398,6342687

Rücknahme der abgesenkten Eingangsbesoldung für alle betroffenen Lehrerinnen und Lehrer

An den Minister für Bildung und Kultur

Herrn Ulrich Commerҫon

Trierer Straße 33

66111 Saarbrücken

Saarlouis, 20.12.16

Rücknahme der abgesenkten Eingangsbesoldung für alle betroffenen Lehrerinnen und Lehrer

Sehr geehrter Herr Minister Commerҫon,

der Junge SLLV begrüßt die Rücknahme der gekürzten Eingangsbesoldung. Dies ist ein längst überfälliger Schritt, um jungen Lehrerinnen und Lehrern zu signalisieren, dass ihre Arbeit in unserem Bundesland wertgeschätzt wird und sie willkommen sind. Die Maßnahme nur für ein Jahr zu befristen ist jedoch nach unserer Auffassung ein großer Fehler. Bewerberinnen und Bewerber erwarten Verlässlichkeit und nicht einen Arbeitgeber, der je nach Bedarfslage unterschiedlich besoldet. Das Saarland braucht junge Lehrerinnen und Lehrer und das nicht nur für ein Jahr! Wird die Absenkung nicht dauerhaft aufgehoben, bleibt das Saarland für Berufsanfängerinnen und -anfänger langfristig uninteressant, was zur Folge hat, dass Planstellen mit für das jeweilige Lehramt entsprechend ausgebildeten Lehrerinnen und Lehrern unbesetzt bleiben.

Gleichermaßen ist zu kritisieren, dass die Kolleginnen und Kollegen, welche bereits im saarländischen Schuldienst mit gekürzter Eingangsbesoldung tätig sind, bisher keinerlei Berücksichtigung bei der Rücknahme der Absenkung erfahren. Eine solche Rücknahme muss für alle betroffenen Lehrerinnen und Lehrer greifen. Es geht um mehr als das Auffüllen von unbesetzten Lehrerstellen. Es geht auch um die Wertschätzung und Anerkennung der geleisteten Arbeit. Diese jungen Kolleginnen und Kollegen haben sich für das Saarland entschieden und man darf sie bei dieser Maßnahme nicht einfach außer Acht lassen und übergehen. Alle Lehrkräfte, die jetzt noch eine abgesenkte Besoldung erhalten, sollten nach Auffassung des Verbandes ebenfalls ab dem ersten Februar voll besoldet werden.

Wir bitten Sie als zuständigen Bildungsminister dafür zu sorgen, dass alle Lehrerinnen und Lehrer, auch die, die bereits im saarländischen Schuldienst tätig sind, gleichermaßen behandelt werden. Deshalb fordert der Junge SLLV eine Rücknahme der abgesenkten Eingangsbesoldung für alle betroffenen Lehrerinnen und Lehrer.

Mit freundlichen Grüßen

 

Monika Greiveldinger

Landessprecherin des Jungen SLLV

 

Seminar „Forum Schulentwicklung – Anstöße und Aufbrüche“

Seminar „Forum Schulentwicklung – Anstöße und Aufbrüche“

Samstag 12. November 2016, 9.30 bis ca. 16 Uhr

Politische Akademie der Stiftung Demokratie Saarland, Saarbrücken (Europaallee 18)

Eine herausragende Schule stellt ihren Aufbruchprozess und ihre Praxis vor: die Grundschule auf dem Süsteresch in Schüttorf, Hauptpreisträger des Deutschen Schulpreises 2016

Aus der Laudatio der Jury des Deutschen Schulpreises:

In beispielhafter Weise hat sich die Schulleitung, gemeinsam mit dem Schülerparlament, den Schülerinnen und Schülern und ihren Eltern, dem Arbeitskreis „Grundschule im Wandel“, dem nahezu alle Lehrerinnen, Lehrer und pädagogisch Mitarbeitenden angehören, auf den Weg gemacht, das Lernen zu verändern und an neuen Unterrichtkonzeptionen und Unterstützungsinstrumenten zu arbeiten. Die Ergebnisse zeigen intensiv genutzte Lernzeiten, problemorientierte Aufgabenstellungen, große Zufriedenheit und Identifikation aller am Schulgeschehen Beteiligten und ein positives Lernklima durch individuelle Förderung.“

Eingeladen sind: Lehrerinnen und Lehrer, Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen, Eltern

Veranstalter: Stiftung Demokratie Saarland und Landeselterninitiative für Bildung e.V., in Kooperation mit der Deutschen Schulakademie, dem Landesinstitut für Pädagogik und Medien sowie der Landesschüler- und Gesamtlandeselternvertretung

Mit dem jährlichen Seminar „Forum Schulentwicklung – Anstöße und Aufbrüche“ wollen die Veranstalter des Saarländischen Schulpreises, die Stiftung Demokratie Saarland und die Landeselterninitiative für Bildung e.V., in Kooperation mit anderen den Austausch und die Verbreitung vorbildlicher reformorientierter Schulpraxis fördern. Orientierungsrahmen sind die Qualitätsbereiche des Preises: Qualität von Unterricht und Lernen, individuelle Förderung und Umgang mit Vielfalt, Verantwortung für sich und andere, Schulklima, Schule als lernende Organisation und Leistungen der Schülerinnen und Schüler. Im Seminar präsentiert der Hauptpreisträger des Deutschen Schulpreises 2016 seinen Aufbruchprozess und seine Praxis. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden eingeladen, daraus Vorstellungen für die Schul- und Unterrichtsentwicklung in ihrem Wirkungskreis abzuleiten. Das Programm orientiert sich aber in erster Linie an den Schlussfolgerungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den Informationen der Preisträgerschule.

Seminarleitung: Bernhard Strube, Programmleiter des Saarländischen Schulpreises und Sprecher der Landeselterninitiative für Bildung e.V.

Referent/Referentin:

Heinrich Brinker, Leiter, und Heike Draber, Konrektorin der Grundschule auf dem Süsteresch in Schüttorf, Hauptpreisträger des Deutschen Schulpreises 2016

Teilnahme kostenlos. Anmeldung bei Stiftung Demokratie Saarland, Elena Steinmetz (es@sdsaar.de), oder online unter www.sdsaar.de. Teilnehmende Lehrerinnen und Lehrer erhalten vom Landesinstitut für Pädagogik und Medien eine Fortbildungs-/Teilnahmebescheinigung.

Trotz Lehrermangels alle Stellen vorerst besetzt

Thomas Braun   23.08.2016 | 11:56 Uhr

Anders als andere Bundesländer hat das Saarland zum neuen Schuljahr alle 8200 Lehrerstellen besetzen können, darunter auch die knapp 70, die aufgrund des starken Flüchtlingszuzugs neu geschaffen wurden. Doch ganz so rosig, wie es die Zahlen vermuten lassen, ist die Lage nicht.

Der Markt für Grundschullehrer bundesweit ist leergefegt – in Nordrhein-Westfalen etwa fehlen zum neuen Schuljahr an vielen Schulen Lehrer. Im Saarland ist die Lage noch anders: Hier konnten alle 8200 Vollzeitstellen, darunter auch die knapp 2000 für Grundschullehrer, besetzt werden.

Auch für die meisten der vakanten Schulleiterposten wurden Kandidaten gefunden – über alle Schulformen gibt es kurz vor dem Ferienende nur noch acht freie Stellen, in allen steht das Auswahlverfahren laut Bildungsministerium aber kurz vor dem Abschluss.

Nachbesetzungen werden problematisch

Was auf den ersten Blick wie eine Erfolgsmeldung aussieht, ist tatsächlich aber sehr auf Kante genäht. Es sei im Prinzip jeder eingestellt worden, der auf dem Markt ist, sagt Lisa Brausch vom Saarländischen Lehrerinnen- und Lehrerverband. „Gerade im Grundschulbereich hatten wir eine sehr hohe Einstellungsquote.“ Meist handelte es sich dabei direkt um Beamtenstellen.

Nur sei der Markt jetzt komplett leer. „Wenn jetzt noch weitere Planstellen geschaffen werden, wird es schwer, jemanden zu finden“, so Brausch. Das gelte auch, wenn jemand wegen längerer Krankheit oder Schwangerschaft ausfalle und Stellen nachbesetzt werden müssten. Da gebe es jetzt schon Engpässe und es müsse auf fach- und schulformfremde Lehrkräfte zurückgegriffen werden. Das bedeutet, es kommt auch vor, dass etwa Gymnasiallehrer oder angehende Lehrkräfte mit nur einem Staatsexamen ab nächster Woche vor einer Grundschulklasse stehen werden.

Lehrerberuf attraktiver gestalten

Glücklich ist der Verband damit nicht. Er fordert, den Beruf des Grundschullehrers im Saarland attraktiver zu gestalten. Dazu gehöre vor allem, die reduzierte Eingangsbesoldung für angehende Lehrer wieder zurückzunehmen – sonst würden sich die jungen Lehrer in anderen Bundesländern umsehen. Dort wird teilweise aktiv um Nachwuchs geworben. „Manche Länder machen Werbung, als würden sie Urlaubsreisen verkaufen“, so Brausch.

Rektoren mit wenig Berufserfahrung

Auch dass viele vakante Rektorenstellen mittlerweile besetzt werden konnten, sieht der Lehrerverband nicht nur positiv. In vielen Fällen habe man nicht wirklich von einem Auswahlverfahren sprechen können, oft hätten sich nur sehr wenige Kandidaten beworben.

Hinzu kommt: Früher musste ein Lehrer mindestens fünf Jahre Berufserfahrung vorweisen, bevor er sich auf eine Leitungsstelle bewerben konnte. Mittlerweile sei das „fünf Jahre“ durch „mehrjährig“ ersetzt worden, so Brausch. Per Definition erfüllt also schon ein Lehrer mit einem Jahr Berufserfahrung die Voraussetzungen – was der Lehrerverband kritisch sieht. Er fordert generell attraktivere Rektorenstellen mit einer angemessenen Besoldung und vor allem weniger Unterrichtsverpflichtung.