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Vertreterversammlung des Saarländischen Lehrerinnen- und Lehrerverbandes

Lisa Brausch im Amt bestätigt

Dillingen: In ihrer Vertreterversammlung bestätigten die Delegierten des Saarländischen Lehrerinnen- und Lehrerverbandes (SLLV) ihre bisherige Vorsitzende, Lisa Brausch, im Amt. Sie wurde mit 98,4% wiedergewählt und wird sich weiterhin vehement für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen in den saarländischen Grund-, Förder- und Gemeinschaftsschulen einsetzen.

Der SLLV sieht besonderen Handlungsbedarf bei der Umsetzung der Inklusion an den Schulen. Auch rund sieben Jahre nach Ratifizierung der UN-Menschenrechtskonvention sind die Bedingungen zur Integration von Schülern mit Förderbedarf an Regelschulen noch immer mangelhaft. Aus diesem Grund rufen die Delegierten bei der heutigen Vertreterversammlung des Saarländischen Lehrerinnen- und Lehrerverbandes die Landesregierung dazu auf, die Gelingensbedingungen für die Inklusion an Schulen grundlegend zu verbessern.  So müsste in jeder Klasse mindestens mit zehn Stunden pro Woche zusätzlich zur Regelschullehrkraft ein Förderschullehrer anwesend sein. Ebenso sieht der SLLV Handlungsbedarf in der Reduzierung der Klassengrößen auf maximal 20 Schüler sowie eine Absenkung der Unterrichtsverpflichtung. Auch die Erhöhung der Anrechnungsstunden für Schulleitungen, so die Vorsitzende, sei unabdingbar, da die Führung und Beratung multiprofessioneller Teams sowie die umfangreichen verwaltungsmäßigen Aufgaben der entsprechenden zeitlichen Ressourcen bedürfen.  Das räumliche Konzept sowie die sächliche Ausstattung der Regelschulen müsse überdacht und den neuen Gegebenheiten angepasst werden. So benötigen Schulen für das inklusive Arbeiten neue Raumstrukturen, die verschiedene Formen des Lernens zulassen, auch dem zusätzlichen Bedürfnis nach Rückzug, Entspannung, Bewegung oder Pflege müsse dabei Rechnung getragen werden. Eindeutig spricht sich der Verband für den Erhalt der Förderschulen mit allen Förderschwerpunkten als Bestandteil des inklusiven Systems aus.

Handlungsbedarf sehen die Delegierten aber auch bei der Stärkung der Gemeinschaftsschulen, sie solle weiterhin eine zweite, gleichwertige Säule auf dem Abitur bleiben. Hervorzuheben ist hierbei das besondere Engagement der Lehrerinnen und Lehrer, die die Schüler auf dem Weg bis zu drei unterschiedlichen Bildungsabschlüssen begleiten. Hierfür müssten ebenbürtige Rahmenbedingen geschaffen werden. So muss eine Abschaffung der Verminderung der Eingangsbesoldung erfolgen, es bedarf eines Personalbudgets für individualisiertes Lernen, auch eine Reduzierung der Klassengrößen ist unbedingt erforderlich. Die Gemeinschaftsschule benötige außerdem eine bessere Funktionsstellenstruktur sowie für die Kolleginnen und Kollegen eine Reduzierung der Unterrichtsverpflichtung um mindestens 2 Stunden.

Zum Abbau des Lehrermangels an Grund- und Förderschulen fordert der SLLV die Verlagerung der Lehrerstellen aus der Freiwilligen Ganztagsschule (FGTS) in den Vormittag. Es sei nicht verantwortbar, 80 Vollzeitlehrerstellen an Grundschulen im Nachmittag zu binden, die dringend am Schulmorgen benötigt würden. Außerdem müsse für alle Kolleginnen und Kollegen die Zusage der vollen Eingangsbesoldung ohne zeitliche Beschränkung erfolgen. Die Delegierten fordern zudem alle kommenden Bewerberinnen und Bewerber mit der Lehrbefähigung Grundschule und Förderschule sofort einzustellen, unabhängig vom Zeitpunkt im Schuljahr.

Schluss mit stundenweiser Förderung!

SLLV sieht sich durch forsa-Lehrerbefragung zur Inklusion bestätigt

„Inklusion wird nicht gelingen, wenn eine Lehrkraft alleine, ohne Unterstützung durch weitere Professionen und nicht ausreichend fortgebildet in zu großen Klassen und zu kleinen Räumen unterrichten muss! Die repräsentativen Ergebnisse belegen aber erneut, dass genau das nach wie vor die Realität an deutschen Schulen ist“, kommentiert Udo Beckmann, Bundesvorsitzender des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE), die Ergebnisse der im Auftrag seines Verbandes durchgeführten forsa-Umfrage „Inklusion an Schulen aus Sicht der Lehrkräfte in Deutschland“.

Über die Hälfte der Lehrkräfte spricht sich trotz dieser schlechten Bedingungen für den gemeinsamen Unterricht aus. Dafür sprächen vor allem die Förderung sozialer Kompetenzen, das soziale Lernen und die Förderung von Toleranz. Nur wenige befürchten Nachteile für nicht behinderte Kinder oder glauben, dass behinderte Kinder überfordert oder frustriert werden. Auch im Saarland versuchten Lehrerinnen und Lehrer mit großem Engagement, Inklusion zu verwirklichen, betont der Saarländische Lehrerinnen- und Lehrerverband (SLLV). Gleichzeitig fühlten sie sich aber mit dieser Aufgabe allein gelassen. Sie prangern an, dass erfolgreiche Inklusion ohne angemessene Rahmenbedingungen unmöglich ist.

„Die Politik sollte vor Scham im Boden versinken, wenn sie hört, was die Lehrkräfte an Gründen gegen Inklusion vorbringen. Es fehlt an Fachpersonal, die ungenügende materielle und finanzielle Ausstattung wird bemängelt und viele werden nicht adäquat durch Aus-, Fort- und Weiterbildung vorbereitet. Deshalb gibt fast ein Fünftel an, dass die Regelschule den erhöhten Förderbedarf behinderter Kinder nicht leisten kann. Hier wird besonders offensichtlich, dass Anspruch und Wirklichkeit nicht im Einklang sind.“ So der VBE-Vorsitzende.

So sei auch zu interpretieren, dass 59 Prozent der Befragten für den vollständigen Erhalt der Förderschulen seien und immer noch 38 Prozent für einen teilweisen Erhalt votieren. Auch der SLLV fordert, die Förderschulen mit allen Förderschwerpunkten zu erhalten. Sie seien ein unverzichtbarer Bestandteil eines inklusiven Schulsystems, unterstreicht die stellvertretende SLLV-Vorsitzende Michaela Günther.

Mittlerweile gibt es an mehr als der Hälfte der Schulen inklusive Lerngruppen. Dass ihre Schule vollständig barrierefrei ist, berichten jedoch nur 16 Prozent der Befragten. „Hier zeigt sich deutlich: Die Politik verweigert die Gelingensbedingungen für Inklusion. Wer Inklusion will, muss die Schulgebäude entsprechend gestalten. Dazu gehören auch Räume für Kleingruppen und Differenzierungsräume“, so Beckmann. Und Michaela Günther ergänzt: „Pädagogik, die sich an den Grundsätzen von Inklusion ausrichtet, braucht Raumstrukturen, die verschiedene Formen des Lernens und des Austausches zulassen und gleichzeitig dem Bedürfnis nach Rückzug, Entspannung oder Bewegung und Pflege Rechnung tragen.“

Nur ein Drittel der befragten Lehrkräfte berichtet von einer Absenkung der Klassengröße bei Hinzukommen eines Kindes mit sonderpädagogischem Förderbedarf. Die überwältigende Mehrheit hingegen kritisiert gleichbleibende Klassengrößen. „Die Herausforderung Inklusion muss noch immer von einer Lehrkraft allein gestemmt werden“, bestätigt auch der SLLV. „Hier muss die Politik die Praxiserfahrung der Lehrkräfte endlich anerkennen. Das Arbeiten in multiprofessionellen Teams muss der Standard-Fall werden. Schluss mit stundenweiser Förderung, Schluss mit stundenweiser Unterstützung, Schluss mit stundenweiser Beziehungsarbeit!“, fordert die SLLV-Vorsitzende Lisa Brausch.

Ein weiteres Ergebnis der Umfrage ist, dass die Lehrkräfte nicht ausreichend auf die Übernahme einer inklusiven Lerngruppe vorbereitet werden. 32 Prozent hatten keine entsprechende Lehrerfortbildung im Vorfeld. Nur ein Viertel hatte bereits Erfahrung im gemeinsamen Unterricht sammeln können. Der SLLV fordert in diesem Zusammenhang ein Konzept für die Fort- und Weiterbildung, um so dem Mangel an Förderschul-Lehrkräften zu begegnen.

Zudem offenbarte die forsa-Umfrage, dass ein Viertel der Lehrkräfte dazu bereit ist, betroffenen Kindern Medikamente zu verabreichen. Bereits im März 2017 hatte der VBE zusammen mit dem Bundesverband der Kinder- und Jugendärzte die Gesundheits- und Kultusministerien auf Bundes- und Landesebene aufgefordert, Fachkräfte für Schulgesundheit flächendeckend bedarfsgerecht einzuführen. Gerade im Hinblick auf die Inklusion sei deren Bereitstellung unumgänglich.

„Für gelingende Inklusion muss das Vertrauen der Lehrkräfte in dieses Konzept zurückgewonnen werden. Dafür bedarf es massiver Investitionen, damit die Gelingensbedingungen stimmen!“, so der SLLV abschließend.

Das Tabu brechen- Gewalt gegen Lehrkräfte, VBE-Broschüre jetzt online!

http://www.vbe.de/angebote/gewaltbroschuere.html

  • Was tun, wenn Sie angegriffen wurden? In der neuen Broschüre des VBE „Das Tabu brechen – Gewalt gegen Lehrkräfte“ finden Sie hierauf in einem ausführlichen Serviceteil Antworten. Für das Saarland sehen Sie sich Seite 67/68 an.

  • Selbst schon Gewalt erlebt? Angst, Gewalt zu erleben? Damit sind Sie nicht allein! Der VBE hat mit der forsa-Umfrage „Gewalt gegen Lehrkräfte“ (Nov. 2016) gezeigt, dass über die Hälfte der Lehrkräfte von psychischer Gewalt gegen Lehrkräfte an ihrer Schule wissen. Alle Ergebnisse der Umfrage und einen ausführlichen Service-Teil (u.a. mit drei Interviews zum Thema: „Was passiert, wenn was passiert?“) finden Sie in dieser Broschüre.

VBE PD 18 – VBE engagiert sich weiter gegen Gewalt gegen Lehrkraefte

  • Der SLLV  kümmert sich! Bei Gewalt gegen Lehrkräfte lassen wir Sie nicht im Regen stehen. In unserer neuen Broschüre finden Sie hilfreiche Tipps und Ansprechpartner, wenn Sie Gewalt erleben. Natürlich können Sie sich jederzeit auch an uns wenden.

Ich. Du. Inklusion

Saarländischer Lehrerinnen- und Lehrerverband

Kooperationspartner für Dokumentarfilm

Ich. Du. Inklusion 

Am 4. Mai 2017 kommt der Dokumentarfilm „Ich. Du. Inklusion – Wenn Anspruch auf Wirklichkeit trifft“ in die deutschen Kinos. Für den Film wurden zweieinhalb Jahre 5 Grundschüler mit und ohne Förderbedarf des ersten offiziellen Inklusionsjahrgangs an der Geschwister-Devries-Schule in Uedem (NRW) begleitet. Wenn auch in NRW gedreht, spiegelt der Film die Wirklichkeit des inklusiven Unterrichts an vielen Schulen Deutschlands wider.

Der Saarländische Lehrerinnen- und Lehrerverband unterstützt daher den Kinostart des Films.

Der Vorsitzende unseres Bundesverbandes Bildung und Erziehung, Udo Beckmann, führt hierzu an: „Wir laden alle dazu ein, sich anzusehen, was Inklusion bedeutet. Wir wissen: Das gemeinsame Lernen aller Kinder mit und ohne Förderbedarf kann gelingen – aber nur, wenn die entsprechenden Gelingensbedingungen bereitgestellt werden. Im Film wird aber deutlich, dass wir an diesem Punkt noch lange nicht sind. Von Doppelbesetzung, Möglichkeiten zur intensivpädagogischen Auseinandersetzung und Kooperationszeit für die Zusammenarbeit im multiprofessionellen Team können die Lehrkräfte nur träumen.“

Vorführtermine im Saarland:

camera zwo – das arthouse kino

Futterstraße 5 – 7, 66111 Saarbrücken

Sonntag, 28.5.17 16.00 Uhr

Montag, 29.5.17 16.00 Uhr 18.00 Uhr

Dienstag, 30.5.17 18.00 Uhr

Mittwoch, 31.5.17 18.00 Uhr

Eintrittspreise: 6,00 € (Montag, Dienstag)

7,50 € (Sonntag, Mittwoch)

Weitere Informationen zum Film erhalten Sie auf den Seiten des Filmverleihs mindjazz pictures:

http://mindjazz-pictures.de/project/inklusion

https://www.facebook.com/InklusionFilm/

Erfolgreiche Personalratsarbeit in Schulen

Erfolgreiche Personalratsarbeit in Schulen

(Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit dem Landesinstitut für Pädagogik und Medien – LPM)

LPM-Nr. K3.861-1367

Die Veranstaltung richtet sich vor allem an Kolleginnen und Kollegen, die neu als Personalrat an ihrer Schule gewählt wurden.

Inhalte:

  • Überblick über die verschiedenen Aufgaben der Personalräte an den Schulen
  • Aussprache zu aktuellen Themen der Personalratsarbeit im Schulalltag

Referentinnen: Lisa Brausch, Landesvorsitzende SLLV, Vorsitzende des Hauptpersonalrates Grundschulen und Studienseminar

Michaela Günther, Vorsitzende des Hauptpersonalrates Förderschulen

Termin: Dienstag, 23.05.2017 (16.00 – 18.30 Uhr)

Ort: big Eppel, Europaplatz 4, 66571 Eppelborn

Bitte melden Sie sich rechtzeitig an, da eine maximale Teilnehmerzahl festgelegt ist.

Online – Anmeldung über die Homepage des LPM:

https://www.lpm.uni-sb.de/typo3/index.php?id=5191

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Saarländischer Lehrerinnen- und Lehrerverband (SLLV)

Lisdorfer Str. 21 b, 66740 Saarlouis,

Tel. 06831 49440, Fax 06831 46601

info@sllv.de  www.sllv.de www.facebook.com/SLLVSaarlouis

Gem. PD VBE/BVKJ – VBE und BVKJ: Medikamentenabgabe ist keine Aufgabe von Lehrkräften

Rechtssicherheit herstellen – Schulgesundheitsfachkräfte einstellen!

Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) und der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) fordern die Ausbildung und den zeitnahen, bedarfsgerechten und flächendeckenden Einsatz von Schulgesundheitsfachkräften. Beide Verbände haben Bildungs- und Gesundheitsministerinnen und -minister in Bund und Ländern mit einem gemeinsamen Forderungsbrief angeschrieben.

Der Bundesvorsitzende des VBE, Udo Beckmann, zeigt die Dringlichkeit auf: „Durch Inklusion ist nicht nur die pädagogische Herausforderung gewachsen, sondern auch der Anspruch an eine medizinische Versorgung der Kinder gestiegen. Und da geht es nicht um Schnupfen, sondern zum Beispiel um Krebs, Epilepsie und schwerwiegende Allergien sowie chronische Erkrankungen. Die Schulgesetze regeln in unterschiedlicher Weise die Bestimmungen zu Assistenz bei der Medikamentengabe. Um „Bitten“ der Eltern nachzukommen und Inklusion zu ermöglichen, begeben sich Lehrkräfte in Graubereiche des Rechts. Damit provoziert die Politik eine Freiwilligkeitsfalle – mit möglicherweise schwerwiegenden Folgen.“

Der BVKJ und der VBE fordern:

Inklusion muss zu Ende gedacht werden. Die Politik darf die Verantwortung nicht einfach auf die Lehrkräfte abschieben. Medizinische Assistenz sollte von dafür ausgebildetem Personal durchgeführt werden.

Der Präsident des BVKJ, Dr. Thomas Fischbach, stellt fest: „Es gibt steigende Erkrankungsraten mit chronischen Krankheiten. Auch und insbesondere das Auftreten von Diabetes Typ2-Erkrankungen haben sich in den letzten Jahren verfünffacht. Kinder, die chronische Krankheiten haben, benötigen fortlaufend, auch während des Schulalltags, medizinische Assistenz.“

Der BVKJ und der VBE fordern:

Kinder mit chronischen Erkrankungen müssen die Schule besuchen können. Der Staat muss auch daher eine medizinische Grundversorgung durch Schulgesundheitsfachkräfte an allen Schulen sicherstellen.

Laut einer Studie der Weltgesundheitsorganisation sind die Gesundheitschancen und Entwicklungsmöglichkeiten zwar besser als je zuvor, aber viele junge Menschen verhalten sich weiterhin gesundheitsbeeinträchtigend. Aus einer anderen WHO-Studie (HBSC) geht hervor: Bei bis zu 10 Prozent der Kinder eines Schuljahrgangs sind langanhaltende körperliche oder psychische Auffälligkeiten festzustellen. Zudem ist belegt, dass es einen engen Zusammenhang zwischen Gesundheit und Bildungserfolg gibt. Auch daraus ergibt sich nach Auffassung von BVKJ und VBE die Verpflichtung des Staates, präventiv tätig zu werden. Die Bundesregierung hat 2015 das Präventionsgesetz erlassen und damit die gesetzliche Grundlage dafür geschaffen, dass „bestehende[…] Gesundheits- und Früherkennungsuntersuchungen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene weiterentwickelt werden“.

Der BVKJ und der VBE fordern:

Zusätzlich zu den regelmäßigen Untersuchungen bei dem Kinder- und Jugendarzt müssen Schülerinnen und Schülern Angebote zur Gesundheitsprävention erhalten. Die Lehrkräfte können dies nicht zusätzlich leisten. Schulgesundheitsfachkräfte sollen präventive Angebote machen und damit zu einer gesünderen Lebensweise der Schülerinnen und Schüler beitragen.

Udo Beckmann, VBE-Bundesvorsitzender, fasst zusammen: „Lehrkräfte haben Bildungs- und Erziehungsauftrag. Die medizinische Betreuung, die Medikamentengabe und Präventionskurse müssen von Schulgesundheitsfachkräften übernommen werden, bzw. die Lehrkräfte müssen bei Gesundheits- und Präventionsprojekten unterstützt werden. Auch die Beratung von Eltern ist ein wichtiger Aspekt.“

Dr. Thomas Fischbach, BVKJ-Präsident, ergänzt: „Medizinische Assistenz an der Schule sollte nur von medizinischen Fachkräften ausgeübt werden. Wir erkennen das hohe Engagement der Lehrkräfte an, aber stellten fest: Das darf kein Dauerzustand sein. Deshalb fordern wir von der Politik einen entschiedenen Kurswechsel, damit Deutschland endlich in dieser Frage zu einem weltweiten Standard aufschließt.“

In Brandenburg und Hessen laufen bereits Modellprojekte, erste Schulgesundheitsfachkräfte wurden ausgebildet und werden nun eingesetzt. Der Bundesvorsitzende Beckmann fragt: „Auf was wartet die Politik? Das Curriculum steht, die ersten Fachkräfte werden eingesetzt. Wir fordern, dass Modellprojekte schnellstmöglich auch in anderen Ländern begonnen werden und wir zeitnah zu einem flächendeckenden Einsatz kommen.“♦

PD_BVKJ-VBE_Schulgesundheitsfachkräfte

Presseerklärung

20.03.2017

Mit Entschiedenheit weist der SLLV die Äußerung von Bildungsminister Commerçon zurück, der Saarländische Lehrerinnen- und Lehrerverband (SLLV) betreibe mit seiner Postkartenaktion „Wir kreiden an“ nur Personalratswahlkampf.

Seit Jahren kämpfe der SLLV für Verbesserungen in den Schulen. „Wer in der Öffentlichkeit die Protestaktion als albern bewertet, deren Inhalte verquer wiedergibt und die Anzahl der vielen eingegangenen Protestkarten bewusst nicht nennt, muss sich die Frage gefallen lassen, wer hier Wahlkampf betreibe“, so die Landesvorsitzende Lisa Brausch.

Der Kreisverband Saarpfalz verabschiedet seinen Vorsitzenden Herbert Buhr

“Das Leben gehört dem Lebendigen an, und wer lebt, muss auf Wechsel gefasst sein.”

Johann Wolfgang von Goethe

Am 15. Dezember ging die Amtszeit von Herbert Buhr als Vorsitzender des SLLV-Kreisverbandes Saarpfalz zu Ende. Er hat sich entschieden, nach acht Jahren nicht noch einmal für eine neue Amtsperiode zu kandidieren. Der Kreisvorstand und mit ihm der gesamte Kreisverband bedauert diese Entscheidung und hat dafür gute Gründe:

Herbert Buhr war ein echter Glücksfall, denn er hat sich sehr um den Kreisverband verdient gemacht. Er hat in den vergangenen acht Jahren die Arbeit auf Kreisverbandsebene lebendig gestaltet, wobei es ihm immer wichtig war, alle Altersgruppen der Kolleginnen und Kollegen einzubeziehen. Bei den Aktivitäten, die er organisiert hat, hat er diesen Aspekt besonders berücksichtigt, so dass es unter seiner Führung sowohl für jüngere als auch für ältere Kollegen interessante Veranstaltungen gab. Für Anregungen und Vorschläge war er immer offen und hat sich mit vollem Engagement in die Organisation gestürzt. Es war ihm immer sehr wichtig, ein Gemeinschaftsgefühl herzustellen, was ihm über die Generationen- und Schulformgrenzen hinweg sehr gut gelungen ist.

 

Es sind ganz besonders die vielen Reisen hervorheben, die Herbert Buhr viele Jahre vorbereitet und durchgeführt hat – und noch durchführen  wird, denn im kommenden Jahr findet unter seiner Leitung eine Fahrt nach Dresden statt. Dabei hat er nie den Aufwand gescheut, der mit einer solchen Gruppenfahrt verbunden ist. Herbert reist z.B. jedes Mal im Vorfeld selbst an das Reiseziel, um vor Ort alles testen und planen zu können. Dafür gebührt ihm besonderen Dank, weil er mit diesem Engagement vielen Mitgliedern tolle Reiseerfahrungen ermöglicht.

Seine Gefährten im Kreisvorstand haben immer darüber gestaunt, mit welcher Energie und welchem Fleiß er den Kreisverband geleitet hast: Kein Weg war ihm zu weit, kein Termin, kein Telefonat, keine Mail waren ihm zu viel. Und das, obwohl der Kreisvorsitz ja längst nicht sein einziger Job war. Er war Schulleiter, Schriftleiter des SLLV, stellvertretender Vorsitzender im Hauptpersonalrat  Grundschulen und hat daneben noch weitere ehrenamtliche Tätigkeiten. Kaum ein anderer hätte das alles stemmen können und schon gar nicht hätte er das auf seine ihm eigene Art stemmen können. Trotz seiner ganzen Belastungen war und ist er immer gut gelaunt und lustig, hatte ein offenes Ohr für Anregungen und hat selbst den Rat gesucht, wenn er es für notwendig erachtet hat.

Herbert Buhr war als Kreisvorsitzender das Bindeglied zwischen Kreis- und Landesvorstand, hat dem Kreisvorstand von den Themen aus dem Landesvorstand berichtet und dessen Interessen umgekehrt in den Landesvorstand kommuniziert.

Nun hat er den Staffelstab weitergegeben. Einerseits bedauern wir das sehr, denn die Zusammenarbeit mit Herbert Buhr hat immer viel Spaß gemacht. Es war wirklich eine große Freude, mit ihm zusammenzuarbeiten. Angesichts seiner vielen Aufgaben, die Herbert in all den Jahren bewältigt hat, können wir seine Entscheidung aber verstehen. Irgendwann ist es einfach mal gut.

Der Kreisvorstand verabschiedet Herbert Buhr zwar als Kreisvorsitzenden, aber ganz loslassen muss er ihn noch nicht, denn für ihn gilt: Sich zurückziehen, heißt nicht davonlaufen. Herbert wird sich noch weiterhin in den neu gewählten Kreisvorstand mit einbringen und das freut uns sehr.

Wir sagen ein ganz herzliches Dankeschön an Herbert Buhr! Wir wünschen ihm, dass die Zeit, die er nun dazugewinnt, genießen wird und sie für das nutzt, was  er sich vorgenommen hat oder vielleicht auch einfach mal für das Nichtstun, denn nach Astrid Lindgren  „ muss man ja auch noch Zeit haben, einfach dazusitzen und vor sich hin zu schauen.“  – Das kann man sich bei Herbert Buhr allerdings nicht vorstellen….

Michaela Günther