Gem. PD VBE/BVKJ – VBE und BVKJ: Medikamentenabgabe ist keine Aufgabe von Lehrkräften

Rechtssicherheit herstellen – Schulgesundheitsfachkräfte einstellen!

Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) und der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) fordern die Ausbildung und den zeitnahen, bedarfsgerechten und flächendeckenden Einsatz von Schulgesundheitsfachkräften. Beide Verbände haben Bildungs- und Gesundheitsministerinnen und -minister in Bund und Ländern mit einem gemeinsamen Forderungsbrief angeschrieben.

Der Bundesvorsitzende des VBE, Udo Beckmann, zeigt die Dringlichkeit auf: „Durch Inklusion ist nicht nur die pädagogische Herausforderung gewachsen, sondern auch der Anspruch an eine medizinische Versorgung der Kinder gestiegen. Und da geht es nicht um Schnupfen, sondern zum Beispiel um Krebs, Epilepsie und schwerwiegende Allergien sowie chronische Erkrankungen. Die Schulgesetze regeln in unterschiedlicher Weise die Bestimmungen zu Assistenz bei der Medikamentengabe. Um „Bitten“ der Eltern nachzukommen und Inklusion zu ermöglichen, begeben sich Lehrkräfte in Graubereiche des Rechts. Damit provoziert die Politik eine Freiwilligkeitsfalle – mit möglicherweise schwerwiegenden Folgen.“

Der BVKJ und der VBE fordern:

Inklusion muss zu Ende gedacht werden. Die Politik darf die Verantwortung nicht einfach auf die Lehrkräfte abschieben. Medizinische Assistenz sollte von dafür ausgebildetem Personal durchgeführt werden.

Der Präsident des BVKJ, Dr. Thomas Fischbach, stellt fest: „Es gibt steigende Erkrankungsraten mit chronischen Krankheiten. Auch und insbesondere das Auftreten von Diabetes Typ2-Erkrankungen haben sich in den letzten Jahren verfünffacht. Kinder, die chronische Krankheiten haben, benötigen fortlaufend, auch während des Schulalltags, medizinische Assistenz.“

Der BVKJ und der VBE fordern:

Kinder mit chronischen Erkrankungen müssen die Schule besuchen können. Der Staat muss auch daher eine medizinische Grundversorgung durch Schulgesundheitsfachkräfte an allen Schulen sicherstellen.

Laut einer Studie der Weltgesundheitsorganisation sind die Gesundheitschancen und Entwicklungsmöglichkeiten zwar besser als je zuvor, aber viele junge Menschen verhalten sich weiterhin gesundheitsbeeinträchtigend. Aus einer anderen WHO-Studie (HBSC) geht hervor: Bei bis zu 10 Prozent der Kinder eines Schuljahrgangs sind langanhaltende körperliche oder psychische Auffälligkeiten festzustellen. Zudem ist belegt, dass es einen engen Zusammenhang zwischen Gesundheit und Bildungserfolg gibt. Auch daraus ergibt sich nach Auffassung von BVKJ und VBE die Verpflichtung des Staates, präventiv tätig zu werden. Die Bundesregierung hat 2015 das Präventionsgesetz erlassen und damit die gesetzliche Grundlage dafür geschaffen, dass „bestehende[…] Gesundheits- und Früherkennungsuntersuchungen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene weiterentwickelt werden“.

Der BVKJ und der VBE fordern:

Zusätzlich zu den regelmäßigen Untersuchungen bei dem Kinder- und Jugendarzt müssen Schülerinnen und Schülern Angebote zur Gesundheitsprävention erhalten. Die Lehrkräfte können dies nicht zusätzlich leisten. Schulgesundheitsfachkräfte sollen präventive Angebote machen und damit zu einer gesünderen Lebensweise der Schülerinnen und Schüler beitragen.

Udo Beckmann, VBE-Bundesvorsitzender, fasst zusammen: „Lehrkräfte haben Bildungs- und Erziehungsauftrag. Die medizinische Betreuung, die Medikamentengabe und Präventionskurse müssen von Schulgesundheitsfachkräften übernommen werden, bzw. die Lehrkräfte müssen bei Gesundheits- und Präventionsprojekten unterstützt werden. Auch die Beratung von Eltern ist ein wichtiger Aspekt.“

Dr. Thomas Fischbach, BVKJ-Präsident, ergänzt: „Medizinische Assistenz an der Schule sollte nur von medizinischen Fachkräften ausgeübt werden. Wir erkennen das hohe Engagement der Lehrkräfte an, aber stellten fest: Das darf kein Dauerzustand sein. Deshalb fordern wir von der Politik einen entschiedenen Kurswechsel, damit Deutschland endlich in dieser Frage zu einem weltweiten Standard aufschließt.“

In Brandenburg und Hessen laufen bereits Modellprojekte, erste Schulgesundheitsfachkräfte wurden ausgebildet und werden nun eingesetzt. Der Bundesvorsitzende Beckmann fragt: „Auf was wartet die Politik? Das Curriculum steht, die ersten Fachkräfte werden eingesetzt. Wir fordern, dass Modellprojekte schnellstmöglich auch in anderen Ländern begonnen werden und wir zeitnah zu einem flächendeckenden Einsatz kommen.“♦

PD_BVKJ-VBE_Schulgesundheitsfachkräfte

Presseerklärung

20.03.2017

Mit Entschiedenheit weist der SLLV die Äußerung von Bildungsminister Commerçon zurück, der Saarländische Lehrerinnen- und Lehrerverband (SLLV) betreibe mit seiner Postkartenaktion „Wir kreiden an“ nur Personalratswahlkampf.

Seit Jahren kämpfe der SLLV für Verbesserungen in den Schulen. „Wer in der Öffentlichkeit die Protestaktion als albern bewertet, deren Inhalte verquer wiedergibt und die Anzahl der vielen eingegangenen Protestkarten bewusst nicht nennt, muss sich die Frage gefallen lassen, wer hier Wahlkampf betreibe“, so die Landesvorsitzende Lisa Brausch.

Lehrerstunden raus aus der Hausaufgaben-Betreuung!

  1. März 2017

Angesichts des immer dramatischer werdenden Lehrermangels in der Grundschule fordert der Saarländische Lehrerinnen- und Lehrerverband (SLLV), endlich die unzähligen Lehrerstunden aus der nachmittäglichen Hausaufgaben-Betreuung in den Schulvormittag zu verlagern. „Sie gehören dorthin, wo sie dringend gebraucht werden: in den Pflichtunterricht und nicht in den Bereich der Hausaufgaben-Betreuung!“, betont die SLLV-Vorsitzende Lisa Brausch.

Zu einer besseren Grundversorgung mit Lehrkräften in der Grundschule gehöre auch eine deutliche Aufstockung der mobilen Lehrerreserve. Die verbindliche Zusage zur vollen Besoldung aller ausgebildeten Lehrer/innen könne sicherlich ebenfalls dazu beitragen. Deshalb muss die Landesregierung nach Auffassung des SLLV die Befristung dieser Maßnahme auf ein Jahr dringend zurücknehmen!

Abstimmen für den Bundessieg: Unterstützen Sie die Geschwister-Scholl-Schule Blieskastel im Landkreis Saarpfalz im Energiesparmeister-Wettbewerb

 

Die Geschwister-Scholl-Schule Blieskastel im Landkreis Saarpfalz hat das beste Klimaschutzprojekt an Schulen aus Saarland! Das hat die Expertenjury des vom Bundesumweltministerium geförderten Energiesparmeister-Wettbewerbs für Schulen entschieden. Der Wettbewerb zeichnet jedes Jahr schulisches Engagement für den Klimaschutz aus. Das beste Projekt aus jedem Bundesland erhält 2.500 Euro Preisgeld und eine Patenschaft mit einem Unternehmen aus der Region. Jetzt haben die Schüler aus Saarland zusätzlich die Chance auf den mit weiteren 2.500 Euro dotierten Bundessieg und brauchen dabei unsere Hilfe. Denn wer der 16 Landessieger „Energiesparmeister Gold“ wird, entscheidet eine Online-Abstimmung auf www.energiesparmeister.de/voting. Ab sofort und bis zum 12. März 2017 können wir täglich für unseren Energiesparmeister abstimmen, um Gold nach Saarland zu holen.

Blieskasteler Energiesparmeister überzeugen mit eigener Klima-App

Die Schüler der Geschwister-Scholl-Schule Blieskastel punkteten bei der Jury mit außerordentlichem Engagement. Innerhalb des Informatikkurses tüftelten sie an multimedialen Lösungen, um ihren Mitschülern Informationen zum Klimaschutz zu vermitteln und sie gleichzeitig zu klimafreundlichem Verhalten zu motivieren. Über eine eigene App schicken die Energiesparmeister aus dem Saarland ihre Mitschüler auf eine digitale Schnitzeljagd durch die Schule, wobei an den verschiedenen Stationen umwelt- und klimarelevante Aspekte im Schulalltag erforscht werden. Außerdem programmierten die Schüler ein Klimaquiz, welches spielerisch das Umweltwissen der Nutzer testet. Die Schüler gründeten zudem das „Prima-Klima-Team“ und kennzeichnen sich für andere Schüler erkennbar mit selbst designten Klima-Buttons. Das Statement dahinter: Wir treten zusammen für den Schutz des Klimas ein!

„Die Schüler der Geschwister-Scholl-Schule haben genau den richtigen Riecher: Um junge Menschen zum Klimaschutz zu motivieren, muss die Ebene stimmen“, sagt Bernhard Wendel, Geschäftsführer der Stadtwerke Bliestal GmbH, die eine Patenschaft für die Schüler übernommen hat. „Mit Apps und interaktiven Online-Spielen sprechen sie die Sprache ihrer Generation und motivieren ihre Mitschüler spielerisch zum Klimaschutz. Dieses Projekt unterstützen wir gerne als Paten“, so Wendel. .

Mehr Informationen zum Wettbewerb und zu den Preisträgern gibt es auf www.energiesparmeister.de