Schluss mit stundenweiser Förderung!

Presseerklärung zum Arabisch-Unterricht

Stellungnahme zum geplanten Arabisch-Unterricht an Saarländischen Schulen

27. August 2017

SLLV sieht den Vorstoß des Bildungsministers zum Arabischunterricht als weitere Baustelle im Bildungssystem

Saarlouis: Die Ankündigung des Bildungsministers, Arabisch ab dem Schuljahr 2018/19 als ordentliches Unterrichtsfach an saarländischen Schulen einzuführen, hat zu großen Diskussionen geführt. Laut Aussage des Vorsitzenden des Bildungsausschusses Frank Wagner (CDU) wolle das Ministerium ein neues Konzept für diesen Bereich entwickeln.

Hier stellt sich dem Saarländischen Lehrerinnen und Lehrerverband die Frage, ob in den vergangenen Jahren die Schulen nicht in allzu vielen Bereichen mit Neuerungen konfrontiert wurden, wofür Konzepte entwickelt werden mussten: ein Inklusionskonzept, ein Förderkonzept, ein Konzept passend zum Schulfahrtenerlass, ein Konzept zur Medienbildung. All diese Konzepte sind an den einzelnen Schulstandorten noch immer nicht ausgereift und müssen ständig überarbeitet und den sich ändernden Bedingungen angepasst werden. „Nun soll“, so die stellvertretende Landesvorsitzende Michaela Günther, „schon wieder eine neue Baustelle dazukommen“.

Der SLLV hält fest, dass die Landesregierung beim akuten Lehrermangel im Grund- und Förderschulbereich, maroden Schulgebäuden und unzureichenden Ressourcen für das Gelingen der Inklusion weit wichtigere Baustellen im Bildungsbereich hat als die Einführung des Arabischunterrichts. Der Verband spricht sich dafür aus, die akuten Problematiken der saarländischen Schulen ins Auge zu fassen und hier die einzelnen Schulformen in ihrem Bemühen um ein gute Bildung zu stärken.

 

Presseerklärung zum Bildungsmonitor 2017

Presseerklärung

17. August 2017

SLLV betrachtet die Verbesserung des saarländischen Bildungssystems vor allem als Verdienst der Lehrkräfte

Saarlouis: Im heute vorgestellten Bildungsmonitor 2017 liegt das Saarland auf Platz 6 der Bundesländer. Dies sei, so die Vorsitzende des Saarländischen Lehrerinnen- und Lehrerverbandes Lisa Brausch, vor allem dem großen Engagement der Lehrerinnen und Lehrer im Saarland zu verdanken. Trotz immer noch unzureichender Rahmenbedingen und Ressourcen gingen die Kolleginnen und Kollegen aller Schulformen an ihre gesundheitlichen Belastungsgrenzen, um der zunehmend heterogenen Schülerschaft gerecht zu werden.

Besonders gut gelungen, darin bestätigt der Verband die Studie, sei dies im Bereich der Integration und schulischen Förderung von Zuwanderern und Flüchtlingen.

Allerdings stellen die zunehmende Schülerzahl, das fehlende Lehrpersonal sowie die unzureichende räumliche Ausstattung vieler Schulstandorte die einzelnen Schulen auch in Zukunft vor die schwierigen Aufgaben, ihrem Bildungsauftrag dauerhaft gerecht zu werden.

Der SLLV sieht durch die Ergebnisse der Studie bestätigt, dass reine Strukturdebatten zu G8 oder G9 keine Qualitätssteigerung bringen und spricht sich in diesem Zusammenhang nochmals die Stärkung der Gemeinschaftsschule als echte Alternative zum Gymnasium aus.

Der Saarländische Lehrerinnen- und Lehrerverband fordert eine Verbesserung der Rahmenbedingungen, eine Entlastung der Lehrerinnen und Lehrer sowie präventive Maßnahmen zur Gesundheitsförderung, denn nur so könne das Saarland eine dauerhafte Bildungsqualität erreichen.

 

SLLV sieht sich durch forsa-Lehrerbefragung zur Inklusion bestätigt

„Inklusion wird nicht gelingen, wenn eine Lehrkraft alleine, ohne Unterstützung durch weitere Professionen und nicht ausreichend fortgebildet in zu großen Klassen und zu kleinen Räumen unterrichten muss! Die repräsentativen Ergebnisse belegen aber erneut, dass genau das nach wie vor die Realität an deutschen Schulen ist“, kommentiert Udo Beckmann, Bundesvorsitzender des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE), die Ergebnisse der im Auftrag seines Verbandes durchgeführten forsa-Umfrage „Inklusion an Schulen aus Sicht der Lehrkräfte in Deutschland“.

Über die Hälfte der Lehrkräfte spricht sich trotz dieser schlechten Bedingungen für den gemeinsamen Unterricht aus. Dafür sprächen vor allem die Förderung sozialer Kompetenzen, das soziale Lernen und die Förderung von Toleranz. Nur wenige befürchten Nachteile für nicht behinderte Kinder oder glauben, dass behinderte Kinder überfordert oder frustriert werden. Auch im Saarland versuchten Lehrerinnen und Lehrer mit großem Engagement, Inklusion zu verwirklichen, betont der Saarländische Lehrerinnen- und Lehrerverband (SLLV). Gleichzeitig fühlten sie sich aber mit dieser Aufgabe allein gelassen. Sie prangern an, dass erfolgreiche Inklusion ohne angemessene Rahmenbedingungen unmöglich ist.

„Die Politik sollte vor Scham im Boden versinken, wenn sie hört, was die Lehrkräfte an Gründen gegen Inklusion vorbringen. Es fehlt an Fachpersonal, die ungenügende materielle und finanzielle Ausstattung wird bemängelt und viele werden nicht adäquat durch Aus-, Fort- und Weiterbildung vorbereitet. Deshalb gibt fast ein Fünftel an, dass die Regelschule den erhöhten Förderbedarf behinderter Kinder nicht leisten kann. Hier wird besonders offensichtlich, dass Anspruch und Wirklichkeit nicht im Einklang sind.“ So der VBE-Vorsitzende.

So sei auch zu interpretieren, dass 59 Prozent der Befragten für den vollständigen Erhalt der Förderschulen seien und immer noch 38 Prozent für einen teilweisen Erhalt votieren. Auch der SLLV fordert, die Förderschulen mit allen Förderschwerpunkten zu erhalten. Sie seien ein unverzichtbarer Bestandteil eines inklusiven Schulsystems, unterstreicht die stellvertretende SLLV-Vorsitzende Michaela Günther.

Mittlerweile gibt es an mehr als der Hälfte der Schulen inklusive Lerngruppen. Dass ihre Schule vollständig barrierefrei ist, berichten jedoch nur 16 Prozent der Befragten. „Hier zeigt sich deutlich: Die Politik verweigert die Gelingensbedingungen für Inklusion. Wer Inklusion will, muss die Schulgebäude entsprechend gestalten. Dazu gehören auch Räume für Kleingruppen und Differenzierungsräume“, so Beckmann. Und Michaela Günther ergänzt: „Pädagogik, die sich an den Grundsätzen von Inklusion ausrichtet, braucht Raumstrukturen, die verschiedene Formen des Lernens und des Austausches zulassen und gleichzeitig dem Bedürfnis nach Rückzug, Entspannung oder Bewegung und Pflege Rechnung tragen.“

Nur ein Drittel der befragten Lehrkräfte berichtet von einer Absenkung der Klassengröße bei Hinzukommen eines Kindes mit sonderpädagogischem Förderbedarf. Die überwältigende Mehrheit hingegen kritisiert gleichbleibende Klassengrößen. „Die Herausforderung Inklusion muss noch immer von einer Lehrkraft allein gestemmt werden“, bestätigt auch der SLLV. „Hier muss die Politik die Praxiserfahrung der Lehrkräfte endlich anerkennen. Das Arbeiten in multiprofessionellen Teams muss der Standard-Fall werden. Schluss mit stundenweiser Förderung, Schluss mit stundenweiser Unterstützung, Schluss mit stundenweiser Beziehungsarbeit!“, fordert die SLLV-Vorsitzende Lisa Brausch.

Ein weiteres Ergebnis der Umfrage ist, dass die Lehrkräfte nicht ausreichend auf die Übernahme einer inklusiven Lerngruppe vorbereitet werden. 32 Prozent hatten keine entsprechende Lehrerfortbildung im Vorfeld. Nur ein Viertel hatte bereits Erfahrung im gemeinsamen Unterricht sammeln können. Der SLLV fordert in diesem Zusammenhang ein Konzept für die Fort- und Weiterbildung, um so dem Mangel an Förderschul-Lehrkräften zu begegnen.

Zudem offenbarte die forsa-Umfrage, dass ein Viertel der Lehrkräfte dazu bereit ist, betroffenen Kindern Medikamente zu verabreichen. Bereits im März 2017 hatte der VBE zusammen mit dem Bundesverband der Kinder- und Jugendärzte die Gesundheits- und Kultusministerien auf Bundes- und Landesebene aufgefordert, Fachkräfte für Schulgesundheit flächendeckend bedarfsgerecht einzuführen. Gerade im Hinblick auf die Inklusion sei deren Bereitstellung unumgänglich.

„Für gelingende Inklusion muss das Vertrauen der Lehrkräfte in dieses Konzept zurückgewonnen werden. Dafür bedarf es massiver Investitionen, damit die Gelingensbedingungen stimmen!“, so der SLLV abschließend.

Das Tabu brechen- Gewalt gegen Lehrkräfte, VBE-Broschüre jetzt online!

http://www.vbe.de/angebote/gewaltbroschuere.html

  • Was tun, wenn Sie angegriffen wurden? In der neuen Broschüre des VBE „Das Tabu brechen – Gewalt gegen Lehrkräfte“ finden Sie hierauf in einem ausführlichen Serviceteil Antworten. Für das Saarland sehen Sie sich Seite 67/68 an.

  • Selbst schon Gewalt erlebt? Angst, Gewalt zu erleben? Damit sind Sie nicht allein! Der VBE hat mit der forsa-Umfrage „Gewalt gegen Lehrkräfte“ (Nov. 2016) gezeigt, dass über die Hälfte der Lehrkräfte von psychischer Gewalt gegen Lehrkräfte an ihrer Schule wissen. Alle Ergebnisse der Umfrage und einen ausführlichen Service-Teil (u.a. mit drei Interviews zum Thema: „Was passiert, wenn was passiert?“) finden Sie in dieser Broschüre.

VBE PD 18 – VBE engagiert sich weiter gegen Gewalt gegen Lehrkraefte

  • Der SLLV  kümmert sich! Bei Gewalt gegen Lehrkräfte lassen wir Sie nicht im Regen stehen. In unserer neuen Broschüre finden Sie hilfreiche Tipps und Ansprechpartner, wenn Sie Gewalt erleben. Natürlich können Sie sich jederzeit auch an uns wenden.

Unterrichtsversorgung hat oberste Priorität!

20.05.2017

Mit Unverständnis reagiert der Saarländische Lehrerinnen- und Lehrerverband auf die Aussage der Landesregierung, dass eine Ausweitung der Lehrerzuweisung in der Nachmittagsbetreuung prioritär sei. Solange es nicht gelingt, jede Klasse mit einem ausgebildeten Lehrer zu versorgen, sollte es nach Auffassung des SLLV oberstes Ziel sein, diesen Missstand zu beseitigen.

Aus diesem Grund müsse zumindest in den nächsten Jahren den Trägern stattdessen Mittel zugewiesen werden, die diesen ermöglicht, die Nachmittagsbetreuung mit anderen pädagogischen Kräften zu gestalten.

Der SLLV fordert die Landesregierung auf, endlich etwas gegen den Lehrermangel vor allem an den Grund- und Förderschulen zu unternehmen und alle Lehrerinnen und Lehrer von Anfang an voll zu bezahlen. Sonst würde das Saarland im bundesweiten Wettbewerb um ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer abgehängt, so die Landesvorsitzende Lisa Brausch.

Ich. Du. Inklusion

Saarländischer Lehrerinnen- und Lehrerverband

Kooperationspartner für Dokumentarfilm

Ich. Du. Inklusion 

Am 4. Mai 2017 kommt der Dokumentarfilm „Ich. Du. Inklusion – Wenn Anspruch auf Wirklichkeit trifft“ in die deutschen Kinos. Für den Film wurden zweieinhalb Jahre 5 Grundschüler mit und ohne Förderbedarf des ersten offiziellen Inklusionsjahrgangs an der Geschwister-Devries-Schule in Uedem (NRW) begleitet. Wenn auch in NRW gedreht, spiegelt der Film die Wirklichkeit des inklusiven Unterrichts an vielen Schulen Deutschlands wider.

Der Saarländische Lehrerinnen- und Lehrerverband unterstützt daher den Kinostart des Films.

Der Vorsitzende unseres Bundesverbandes Bildung und Erziehung, Udo Beckmann, führt hierzu an: „Wir laden alle dazu ein, sich anzusehen, was Inklusion bedeutet. Wir wissen: Das gemeinsame Lernen aller Kinder mit und ohne Förderbedarf kann gelingen – aber nur, wenn die entsprechenden Gelingensbedingungen bereitgestellt werden. Im Film wird aber deutlich, dass wir an diesem Punkt noch lange nicht sind. Von Doppelbesetzung, Möglichkeiten zur intensivpädagogischen Auseinandersetzung und Kooperationszeit für die Zusammenarbeit im multiprofessionellen Team können die Lehrkräfte nur träumen.“

Vorführtermine im Saarland:

camera zwo – das arthouse kino

Futterstraße 5 – 7, 66111 Saarbrücken

Sonntag, 28.5.17 16.00 Uhr

Montag, 29.5.17 16.00 Uhr 18.00 Uhr

Dienstag, 30.5.17 18.00 Uhr

Mittwoch, 31.5.17 18.00 Uhr

Eintrittspreise: 6,00 € (Montag, Dienstag)

7,50 € (Sonntag, Mittwoch)

Weitere Informationen zum Film erhalten Sie auf den Seiten des Filmverleihs mindjazz pictures:

http://mindjazz-pictures.de/project/inklusion

https://www.facebook.com/InklusionFilm/