Vertreterversammlung des Saarländischen Lehrerinnen- und Lehrerverbandes

Lisa Brausch im Amt bestätigt

Dillingen: In ihrer Vertreterversammlung bestätigten die Delegierten des Saarländischen Lehrerinnen- und Lehrerverbandes (SLLV) ihre bisherige Vorsitzende, Lisa Brausch, im Amt. Sie wurde mit 98,4% wiedergewählt und wird sich weiterhin vehement für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen in den saarländischen Grund-, Förder- und Gemeinschaftsschulen einsetzen.

Der SLLV sieht besonderen Handlungsbedarf bei der Umsetzung der Inklusion an den Schulen. Auch rund sieben Jahre nach Ratifizierung der UN-Menschenrechtskonvention sind die Bedingungen zur Integration von Schülern mit Förderbedarf an Regelschulen noch immer mangelhaft. Aus diesem Grund rufen die Delegierten bei der heutigen Vertreterversammlung des Saarländischen Lehrerinnen- und Lehrerverbandes die Landesregierung dazu auf, die Gelingensbedingungen für die Inklusion an Schulen grundlegend zu verbessern.  So müsste in jeder Klasse mindestens mit zehn Stunden pro Woche zusätzlich zur Regelschullehrkraft ein Förderschullehrer anwesend sein. Ebenso sieht der SLLV Handlungsbedarf in der Reduzierung der Klassengrößen auf maximal 20 Schüler sowie eine Absenkung der Unterrichtsverpflichtung. Auch die Erhöhung der Anrechnungsstunden für Schulleitungen, so die Vorsitzende, sei unabdingbar, da die Führung und Beratung multiprofessioneller Teams sowie die umfangreichen verwaltungsmäßigen Aufgaben der entsprechenden zeitlichen Ressourcen bedürfen.  Das räumliche Konzept sowie die sächliche Ausstattung der Regelschulen müsse überdacht und den neuen Gegebenheiten angepasst werden. So benötigen Schulen für das inklusive Arbeiten neue Raumstrukturen, die verschiedene Formen des Lernens zulassen, auch dem zusätzlichen Bedürfnis nach Rückzug, Entspannung, Bewegung oder Pflege müsse dabei Rechnung getragen werden. Eindeutig spricht sich der Verband für den Erhalt der Förderschulen mit allen Förderschwerpunkten als Bestandteil des inklusiven Systems aus.

Handlungsbedarf sehen die Delegierten aber auch bei der Stärkung der Gemeinschaftsschulen, sie solle weiterhin eine zweite, gleichwertige Säule auf dem Abitur bleiben. Hervorzuheben ist hierbei das besondere Engagement der Lehrerinnen und Lehrer, die die Schüler auf dem Weg bis zu drei unterschiedlichen Bildungsabschlüssen begleiten. Hierfür müssten ebenbürtige Rahmenbedingen geschaffen werden. So muss eine Abschaffung der Verminderung der Eingangsbesoldung erfolgen, es bedarf eines Personalbudgets für individualisiertes Lernen, auch eine Reduzierung der Klassengrößen ist unbedingt erforderlich. Die Gemeinschaftsschule benötige außerdem eine bessere Funktionsstellenstruktur sowie für die Kolleginnen und Kollegen eine Reduzierung der Unterrichtsverpflichtung um mindestens 2 Stunden.

Zum Abbau des Lehrermangels an Grund- und Förderschulen fordert der SLLV die Verlagerung der Lehrerstellen aus der Freiwilligen Ganztagsschule (FGTS) in den Vormittag. Es sei nicht verantwortbar, 80 Vollzeitlehrerstellen an Grundschulen im Nachmittag zu binden, die dringend am Schulmorgen benötigt würden. Außerdem müsse für alle Kolleginnen und Kollegen die Zusage der vollen Eingangsbesoldung ohne zeitliche Beschränkung erfolgen. Die Delegierten fordern zudem alle kommenden Bewerberinnen und Bewerber mit der Lehrbefähigung Grundschule und Förderschule sofort einzustellen, unabhängig vom Zeitpunkt im Schuljahr.